Brief von Gerd – Liebe Glühbirne,

ich kenne dich als Glühbirne solange ich denken kann – du wirst auch Glühlampe genannt. Praktisch an allen Tagen meines Lebens hast du mich durch dein Licht begleitet. Du warst bei all meinen Tätigkeiten dabei – bei Tätigkeiten die ganz viel Licht benötigten und solchen, bei denen es besser war dich zeitweise auszuschalten.

  
Jetzt lässt man dich ganz langsam aussterben. Die EU-Experten in Brüssel haben schon 2008 beschlossen, dich schrittweise wegen deines hohen Energieverbrauches vom Markt zu nehmen. 
130 Jahre hast du unserem Leben Licht gegeben und jetzt gehen „deine Lichter“ bald aus. Ziel ist es, dass es bis zum 1. September 2012 keine „Nachkommen von dir“ in den Regalen der Läden mehr zu kaufen geben wird. 
Ein kleiner Rückblick auf deine 130-jährige-Erfolgsgeschichte. Für mich bist du eines der wenigen technischen Geräte, das sich innerhalb einer so langen Zeit fast gar nicht verändert hat. Wer das Bild von Thomas Alva Edison mit deinem „Vorgängermodell“ anschaut, wird mich verstehen. 
Wie begann denn deine Geschichte? 
Es existieren Belege für eine frühe Glühlampe mit Platinfaden unter einer evakuierten (luftleeren) Glasglocke aus der Zeit um 1820. Doch die Herkunft und Datierung der als „De-la-Rue-Lampe“ oder auch „De-la-Rive-Lampe“ bezeichneten Lampe ist nicht klar. 
Edison mit seinem „Meisterwerk“.
Dann kam Thomas Alva Edison und verbesserte die Glühlampe und erhielt am 27. Januar 1880 das Basispatent Nummer 223898 für seine Entwicklungen in den USA. Edisons Glühlampen waren mit hochohmigen Glühfäden ausgestattet, die zwar schwierig herzustellen waren, den Einsatz in elektrischen Netzen jedoch wesentlich vereinfachten und verbilligten. Damit begann deine Erfolgsstory rund um die Welt.
Und jetzt wirst du aus Energiespargründen durch Energiesparlampen ersetzt. Hoffentlich sagt man uns nicht in ein paar Jahren, dass die Abschaffung ein Fehler war. Leider wurden schon oft Dinge vermittelt, die sich dann später als Fehlentwicklung herausgestellt haben. 
Es gibt ja auch kritische Stimmen zu Energiesparlamen – hier einige beschriebene Nachteile: 
– Dem Lichtspektrum von Energiesparlampen fehlen die warm wirkenden Rotkomponenten.

– Alle Lampen und Elektrogeräte erzeugen in eingeschaltetem Zustand niederfrequente elektrische und magnetische Felder. Das Vorschaltgerät im Sockel von Sparlampen erzeugt darüber hinaus hochfrequente Felder. Deshalb wird geraten diese Lampen mit einem Mindestabstand von 1 bis 2 Metern besser in Wand- und Deckenleuchten zu verwenden. Für Schreibtisch-, Nachttisch- oder Stehlampen sind sie deshalb weniger geeignet.

Energiesparlampen enthalten geringe Mengen von giftigem Quecksilber und müssen deshalb als Problemstoff entsorgt werden. Energiesparlampen dürfen keinesfalls in den Restmüll gegeben werden! Zerbricht eine Sparlampe, sollte man die Bruchstücke keinesfalls berühren und gut lüften! 
Also ich bin ja kein Experte, aber wenn nur schon der letzte Absatz stimmt, dann tut mir dein „Aussterben“ liebe Glühbirne schon heute leid. 
In Gedanken – euer G.Ender

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