Brief von Gerd – Lieber Tod, liebes Sterben!

In den letzten Tagen habe ich mich oft mit dem Tod beschäftigt. Da hat sich gerade ein Mensch umgebracht, den ich gut kannte, da gibts den schweren Unfall gestern vor dem Ambergtunnel, wo eine junge Frau unschuldig gestorben ist. Und und und – der Tod ist allgegenwärtig. Früher als Kind war mir das nicht bewusst – jetzt wird es mir von Jahr zu Jahr bewusster. Also mal ein ganz ernstes Thema – ein Brief an den Tod.

Ich beginne wie oft mit einer Weisheit…

Wasser erstarrt zu Eis, Eis schmilzt zu Wasser. Was geboren ist, stirbt wieder; was gestorben ist, lebt wieder. Wasser und Eis sind letztlich eins. Leben und Tod, beides ist gut so.
Zen Buddhismus
Der Tod ist für viele Menschen ein schwieriges, heikles, ungeliebtes Thema, das man vor sich „herschiebt“ solange man kann. Das sollte nicht so sein. Der Tod ist nicht zu fürchten. Er ist einfach ein ganz wichtiger Bestandteil unseres Leben. Wir dürfen uns gar nicht vorstellen, was alles passieren würde, wenn es ihn nicht gäbe.
Der Tod ist allgegenwärtig – er war IMMER, er ist IMMER und er wird IMMER sein. Wir haben verlernt seine Stimme und seine Güte zu hören – ja wir haben sogar unsere Augen verschlossen, dass es ihn überhaupt gibt. Wir sperren ihn weg, den Tod und die Sterbenden – und wenn jemand gestorben ist, dann „muss“ er ganz schnell weg. Wir meinen wir können den Tod verjagen, indem wir unsere Toten ganz schnell von den Lebenden wegnehmen. Was gab es früher für schöne Rituale, wo Verstorbene noch im Kreise der Familie aufgebahrt wurden.
Wir haben verlernt zu sehen, dass er Teil der Natur ist – so wie die Knospen der Pflanzen uns im Frühling erfreuen und über den Sommer zu Blättern und Blüten werden und uns Früchte und Samen geben, so welken und sterben sie im Herbst. ABER sie sterben nicht sinnlos – sie sterben um einen neuen Zyklus zu beginnen.
Tod und Leben ist wie ein immerwährender Tanz. Die Tanzenden sind fest umschlungen, untrennbar wie ein Liebespaar.
Nicht das Leben stirbt, sonder nur DIESE Form des Lebens. Wenn dieses Wissen vom Kopf in unsere Herzen gelangt, dann kann das das Ende der Angst bedeuten und kann zur großen Befreiung werden.
“Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Beginn von etwas Neuem“
UND – da war gerade der 3. Todestag meiner Schwiegermutter. Meine eigenen Gedanken zum Sterben will ich in ein Bild verpacken:
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Wir kommen aus der Ewigkeit und enden in der Ewigkeit. Das Leben ist wie ein gutes Essen.  Dabei ist unser irdisches Leben nur die Vorspeise. Und wenn Gott kommt und uns als „Kellner“ des Lebens zum Hauptgericht einlädt, dann will ich nach Möglichkeit mit einem Lächeln zum Hauptgang übergehen, wie ich das schon so oft in einem Restaurant gemacht habe. UND denen die ich liebe, denen werde ich ein Plätzchen in meiner Nähe in der Ewigkeit reservieren.
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Hab ja sogar mal einen Brief an Gott geschrieben – DAS ist das wunderbare an meiner „Schreiberei“ -ich darf und ich kann an JEDEN schreiben. Ich kann an die Liebe, an die Hoffnung, an die Zeit, an Gott und sogar an den Tod schreiben. Und genau das taugt mir so sehr.
Wer jetzt glaubt – an Gott gibt’s doch nichts zu schreiben – hier anklicken und nachlesen

 

 

Und zum Abschluss DAS schönste, tröstlichste Lied, das ich kenne – ihr seht es im folgenden Brief an diesen unglaublichen Mann.

Brief von Gerd – Lieber Dietrich Boenhoeffer 

Und jetzt habe ich noch ganz was Besonderes für meine Leser/innen. WER DAS anhört und sich 54 Minuten Zeit nimmt, dem garantiere ich, dass er mehr über das Leben und das Sterben lernt, als in einem gesamten Jahr seiner Schulzeit. Es ist ein Vortrag von Erwin Ringel, dem grossen österreichischen Arzt und Psychiater, der im Juli 1994 verstorben ist. Anklicken und ein wenig nach unten scrollen.. Mein Gott – würde mich interessieren, wer heutzutage 54 Minuten Zeit hat, das anzuhören.

Hmm – mir ist in der Sauna gerade eine Idee gekommen – beim Briefeschreiber gibt es keine „Geld-Zurück-Garantie“ – ABER es gibt eine „Zeit-Zurück-Garantie“ – wer die 54 Minuten investiert und mir danach einen Kommentar schreibt, dass ihn die verwendete Zeit reut, dem schenke ich eine Stunde von mir – ich mache FAST alles ( putzen, waschen, kochen, reden oder auch für euch einen Liebesbrief schreiben)

54 Minuten Lebensschule – Erwin Ringel – „Die Zeit die uns bleibt“

Als letztes kommt Andreas Gabalier – ich finde das Lied so was von schön und tröstlich, das er für seine verstorbene Schwester und seinen Vater geschrieben hat..

Andreas Gabalier – Amoi seg‘ ma uns wieder

In Gedanken – euer G.Ender – I write not only for your smile (Briefeschreiber)

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